Wie kannst Du endlich Deine Ziele erreichen?
Effektiv sein und den Fokus auf das wirklich Wesentliche richten?
Immer wieder geht es in meinen Coachings um diese Fragen. Darum wie meine Klienten am besten ihre eigenen Ziele erreichen, wie Führungskräfte, ihre eigenen Ziele und die Ziele ihrer Mitarbeitenden formulieren können, damit diese effektiv umgesetzt werden können.
Aus dem klassischen Zeitmanagement kennen viele Führungskräfte die SMART-Methode, um Ziele zu formulieren und deren Umsetzung zu erleichtern.
Im Kern ist die SMART-Methode nicht verkehrt – aber ich empfehle immer lieber die PIDEWaWa-Methode. Oder auch die WOOP-Strategie.
Warum das so ist? Das erfährst Du in diesem Beitrag. Außerdem lernst Du, wann welche Methode am besten hilft? Und was ist überhaupt der Unterschied? Wann sollten wir die SMART-Methode manchmal getrost vergessen? Und als letzten wichtigen Punkt: Warum es so wichtig ist, seine Ziele schriftlich zu formulieren.
INHALTSVERZEICHNIS
🎯 Was ist die SMART-Methode?
Die SMART-Methode ist ein Akronym und steht für Specific, Measurable, Accepted, Realistic, Time-bound. Dieses Konzept hilft dabei, Ziele klar und erreichbar zu definieren:
- S – spezifisch: Deine Ziele sollten eindeutig und klar definiert sein, um Missverständnisse zu vermeiden und den Fokus zu schärfen.
- M – messbar: Ein Ziel muss messbar sein, damit Du Deinen Fortschritt überprüfen und erkennen kannst, wann Du es erreicht hast.
- A – akzeptiert: Ziele sollten attraktiv und akzeptabel sein, um Motivation zu fördern.
- R – realistisch: Realistische Ziele setzen, die herausfordernd, jedoch erreichbar sind.
- T – terminiert: Setze eine klare Frist, um einen Zeitrahmen für die Zielerreichung zu haben.
FAZIT: Die Bedeutung der SMART-Methode in der Praxis
Diese Beispiele zeigen, wie die Umwandlung allgemein formulierter Ziele in SMART-Ziele dazu beiträgt, diese greifbarer, messbarer und erreichbarer zu machen. Durch die Konkretisierung der Ziele wird eine klare Richtlinie geschaffen, die es leichter macht, Fortschritte zu überwachen und Erfolge zu erzielen. Die SMART-Methode bietet eine strukturierte Herangehensweise, die besonders in der persönlichen Entwicklung, im Management und in Bildungsbereichen wertvoll ist. Sie motiviert und gibt die notwendige Klarheit, um Ziele nicht nur zu setzen, sondern sie auch zu erreichen. In der Projektmanagement-Welt, aber auch in der Führung von Mitarbeitern und der persönlichen Zielplanung hat sich deshalb SMART als effektives Werkzeug etabliert. Es hilft nicht nur dabei, Ziele klar zu formulieren, sondern auch deren Erfolg wahrscheinlicher zu machen.
Anwendungsbereiche der SMART-Methode
- ✅Projektmanagement: SMART hilft, Projekte in überschaubare und klar definierte Aufgaben zu gliedern.
- ✅Mitarbeiterführung: Durch die Formulierung klarer, messbarer Ziele können Mitarbeiter ihre Aufgaben besser verstehen und ihre Leistung steigern.
- ✅Persönliche Entwicklung: SMART bietet eine strukturierte Herangehensweise, um persönliche Ziele wie Karrierefortschritt oder persönliche Verbesserungen zu planen.
Die Grenzen der SMART-Methode
Trotz ihrer vielen Vorteile stößt die SMART-Methode auch auf Kritik, besonders bei kreativ-chaotischen Menschen, die sich durch zu strikte Zielvorgaben eingeschränkt fühlen könnten. Das Leben ist voller Unvorhersehbarkeiten und zu starre Ziele könnten das Erkennen und Ergreifen unerwarteter Chancen behindern. Doch gemäß den traditionellen Ziele- und Effektivitäts-Spezialisten rund um den Globus „müssen“ Ziele smart sein, damit wir sie erreichen. Viele Menschen scheitern allerdings an der SMART-Methode. Du auch? Kein Problem – wir haben ja noch andere Methoden, um effektiv zu sein 🙂
🎯 Die WOOP-Strategie: Eine praktische Alternative zur Zielsetzung
Wenn du nach einer effektiven Methode suchst, deine Ziele nicht nur zu setzen, sondern sie auch erfolgreich zu erreichen, könnte die WOOP-Strategie genau das Richtige für dich sein. WOOP, das für Wish, Outcome, Obstacle, Plan steht, ist eine von der Psychologin Gabriele Oettingen entwickelte Methode, die auf wissenschaftlicher Forschung basiert und dir hilft, positive Veränderungen in deinem Leben zu bewirken.
🎯 Ziele erreichen mit der PIDEWaWa-Methode
In meinen Büchern, Seminaren, Coachings etc. arbeite ich am liebsten mit der PIDEWaWa-Methode. Warum?
Für sehr systematisch-analytische Menschen in einem sehr strukturierten Umfeld mag die SMART-Formel helfen, Ziele zu erreichen. Doch kreativ-chaotische Menschen sträubt es beispielsweise die Nackenhaare, wenn sie sich zu exakt festlegen sollen. Eine spezifisch formulierte Ziel-Vorgabe raubt vielen kreativ-chaotischen Querdenkern die Lebensfreude, die Lust überhaupt anzufangen. „Ich laufe den München-Marathon in 3 Stunden 24 Minuten!“ Für einen Systematiker sicherlich eine Motivation. Für einen Kreativen Chaoten reicht in den meisten Fällen die Formulierung „Alles unter 4 Stunden ist super!“ völlig aus!
Zudem ist unser Leben kein exakt zu planender Bausatz. Die Welt ist einer ständigen Veränderung unterworfen, und auch wir und unsere Ideen ändern sich doch permanent mit unseren Erfahrungen. Wer hier zu strikt plant, der riskiert, dass ihm viele Chancen durch die Lappen gehen. Wer SMART formuliert, er werde 2028 Abteilungsleiter der Abteilung FDR6, fahre einen Audi Q7 und habe ein Haus in Mallorca – der verpasst unter Umständen, die Augen für all die anderen Chancen und Möglichkeiten im Leben offen zu halten.
Die PIDEWaWa-Methode kann helfen, unsere Wünsche und Visionen zu konkreten Zielen zu formulieren und wirklich umzusetzen.
Wie geht das? Mache Dir zunächst klar, ob Deine neue Idee oder Dein neuer Wunsch es wert ist, Zeit und Arbeit hineinzustecken. Brennst Du dafür?
Ja?
Dann auf zur PIDEWaWa-Methode Damit wird Dir der Weg zum Ziel viel klarer und leichter erreichbar erscheinen!
Was genau bedeutet PIDEWaWa?
P – Positiv: Formuliere positiv
I – Ist-Zustand: Formuliere in der Gegenwart und klar
D – Detailliert: Formuliere konkret und messbar
E – Erreichbar: Suche Dir realistische Ziele
Wa – Wann: Lege Dir einen Zeitrahmen fest
Wa – Warum: Begründe, warum Du Dein Ziel erreichen willst
So gelingt es Dir, die PIDEWaWa-Methode richtig anzuwenden
✅P – Positiv: Formuliere positiv
Meist fällt uns zuerst auf, was wir nicht mehr wollen: nicht mehr so beengt wohnen, nicht mehr diese alte Rostlaube fahren, nicht mehr so herablassend behandelt werden… Mit diesen Gedanken kommen wir allerdings nicht ans Ziel, denn unser Unterbewusstsein kennt das Wörtchen „nicht“ nicht. Ein beliebtes Beispiel: „Denken Sie jetzt nicht an einen rosa Elefanten.“ Oder „Ich will nicht mehr rauchen.“ – schon hüpft ein kleiner rosa Elefant vor unserem inneren Auge und die Zigarette glimmt verlockend.
Ein weiterer Nachteil von negativen Formulierungen: Sie sind nicht zielgerichtet und motivieren daher nicht zum Handeln. „Ich will in der Arbeit keine langweiligen Aufgaben mehr bekommen“ Ja, schön. Und nun? Frage Dich in dieser Situation: „Was stattdessen?“ Und notiere das als Dein Ziel: „Ich will neue, spannende Aufgaben von meinem Chef bekommen.“ Merkst Du den Unterschied? Bei positiven Aussagen ist der nächste Schritt ganz klar – dem Chef von Deinem Unmut zu erzählen – bei einer Negativformulierung hingegen nicht.
✅I – Ist-Zustand: Formuliere in der Gegenwart und klar
Ich werde, würde, könnte, … Solche unsicheren Formulierungen motivieren uns nicht zum Handeln! Sage lieber „Ich bin …“, „Ich tue …“ Dann hast Du das erreichte Ziel bereits vor Augen. Vermeide Einschränkungen wie „manchmal“, „vielleicht“ oder „eigentlich“. Das sind Erfolgskiller, die sofort Deine inneren Widersacher aktivieren und ein Scheunentor für unseren inneren Schweinehund öffnen.
✅D – Detailliert: Formuliere konkret und messbar
Im klassischen Effektivitäts-Management sagen die Experten: Je konkreter Sie Ihr Ziel formulieren, desto genauer können Sie Ihre ersten Schritte planen und gehen. Zu vage Formulierungen bringen Sie nicht in die Gänge.
Ein Beispiel für schwer und für gut erreichbare Ziele:
- Schlecht: Ich gehe öfters mal schwimmen.
- Besser: Ab Montag gehe ich jeden Montag ab 18 Uhr ins örtliche Hallenbad und schwimme zügig 30 Minuten. Ich steigere mich auf 60 Minuten bis Jahresende.
Ja, es kann sein, dass Du durch solche detaillierten Vorstellungen tatsächlich ins Handeln komst. Je höher Dein kreativ-chaotischer Anteil jedoch ist, desto eher geht Dir alleine beim Formulieren dieses Ziels bereits die Motivation flöten. Weil es Dich so einengt.
Deshalb: passe den Grad der Detailliertheit an Deinem persönlichen „Prickel-Faktor“ an. Formuliere so detailliert, wie es Dir einen Power-Schub versetzt – oder so vage. Wichtig ist in erster Linie, dass wir ein BILD in unserem Kopf sehen, was wir genau tun. „Ich gehe einmal die Woche schwimmen“ ist ein klares Bild – und das kann völlig ausreichen.
Manchmal kann es jedoch fast noch mehr Erfolg bringen, wenn Du vage bleibst. Wenn Du z.B. sagst: „Ich bewege mich jeden Tag ein paar Minuten intensiv.“ Denn dann könntest Du bei Deinem nächsten Einkaufsbummel einen strammen Schritt vorlegen und ein paar Bizeps-Trainings-Einheiten machen mit den Einkaufstüten. Du kommst dadurch auf die Idee, die Treppe statt, den Lift zu nehmen. Oder mal eine Station früher aus dem Bus auszusteigen. Je vager wir formulieren, desto mehr Möglichkeiten der Umsetzung
✅E – Erreichbar: Suche Dir realistische Ziele
Theoretisch ist alles möglich auf der Welt. Scheue Dich also nicht davor zurück, Dir große, spannende Ziele zu setzen. Das motiviert und treibt an! Lasse Dich von Pessimisten nicht verwirren und denke positiv – als Kreativer Chaot ist das ja keine schwere Übung. Musst Du darauf achten, dass Deine Ziele realistisch bleiben? Ich glaube nicht! Denn ich habe in meiner nun fast schon 20jährigen Tätigkeit als Coach noch nie (!) einen Klienten gehabt, der etwas völlig Unrealistisches notiert hatte. Im Gegenteil: es geht sehr viel mehr, als wir immer denken. Ja, vielleicht brauchen wir ein wenig mehr Zeit, um diese „Spinnerei“ zu realisieren (siehe nächster Punkt). Oder wir schaffen es mit Querdenken. Ich bin sicher, was Du für Dich notierst – es ist machbar!
✅Wa – Wann: Lege einen Zeitrahmen fest
Bis wann Du welches Ziel erreichen willst, bestimmt maßgeblich, wie schnell und intensiv Du Dein Ziel in Angriff nimmst. Große Ziele brauchen eben ein wenig mehr Zeit, kleine Vorhaben können wir ziemlich schnell realisieren.
Damit Dein innerer Schweinehund bei langfristigen Projekten nicht merkt, dass nichts eilt und sich gemütlich einkuschelt, zerlege Deine große Idee doch in kleine Häppchen. Oder um im Bild aus meinem Buch und eCoaching „Geht ja doch“ zu sprechen: welche Inseln willst Du anlaufen, auf Deiner Paddeltour durch Deinen Ozean? Zwischen-Inseln sind genial, damit Du voller Selbstvertrauen Deine Paddeltour überhaupt anpackst. Außerdem bringen Zwischen-Inseln das Schönste im Leben: die Belohnung.
✅Wa – Warum: Begründe, warum Du ein Ziel erreichen willst
Wer sich klargemacht hat, warum er bestimmte Dinge erreichen will, der spürt wesentlich mehr Kraft und Entschlossenheit. Laut dem amerikanischen Autor Charles Garfield entspringen 80 Prozent unserer Motivation dem Warum und nur 20 Prozent dem Was und Wie. Wenn Du Dir über den Grund nicht vollkommen klar bist, überlege Dir:
- Ist es ein Alibi-Ziel, das Du Dir nur vornimmst „weil man doch Ziele braucht“ (denkst Du an die Flops der Neujahrs-Vorsätze)?
- Ist es Dein eigenes Ziel oder ein fremdes (etwa von Eltern, Partner, Kollegen oder der Gesellschaft)?
- Ist es vielleicht nur ein 50:50-Ziele („Es wäre nett, wenn ich Spanisch könnte, aber wenn ich es nicht kann, ist es auch nicht schlimm“)
- Möchtest Du mit Deinem Ziel anderen etwas beweisen?
Höre auf Deine innere Stimme. Was sind Deine Bedürfnisse? Was tut Dir gut?
Und dann?
Wenn Du alle PIDEWaWa-Fragen beantwortet hast, schreibe diese ausformulierten Sätze auf ein Blatt Papier. Oder bastele Dir eine Collage mit bunten Bildern, die Dein Ziel darstellen. Hänge Dir diesen Zettel so auf, dass Du ihn täglich siehst. Das hilft, um am Ball zu bleiben!
Ich sage nicht, dass die SMART-Methode Unfug ist, oder nicht wirkt. Ich bin sicher, bei vielen Menschen und in vielen Projekte führt sie zum Erfolg. Doch ich bin auch davon überzeugt, dass andere Kriterien als die „smarten“ sehr viel mehr Einfluss auf uns und unsere Effektivität haben :-). Und darum habe ich aus allen Kriterien, die uns helfen können unsere Vorhaben zu realisieren, die „besten“ herausgepickt und neu angeordnet. Quasi aus bewährten Zutaten einen neuen Cocktail gemixt. Viele meiner Leser und Klienten lieben die PIDEWaWa-Methode – vor allem, weil sie nach dem „WARUM“ fragt. Warum will ich ein bestimmtes Ziel erreichen? Was ist mein Gewinn, wenn ich es schaffe? Was prickelt daran?
Fazit: Die PIDEWaWa-Methode erleichtert den Weg, das Ziel zu erreichen
Ich bin davon überzeugt, wenn wir ein gutes, kraftvolles WARUM haben, dann haben wir die größte Motivation, unsere Ziele auch wirklich zu erreichen. Dann haben wir die Kraft, auch mal einen Durchhänger zu überwinden. Deshalb habe ich dieser Frage auch ein sehr umfangreiches Kapitel in meinem Buch und eCoaching „Geht ja doch!“ gewidmet :-).
Probier gerne beide Varianten der Ziele-Formulierung aus – und entscheide selbst. Viele meiner Klienten haben das gemacht und berichtet, je offener sie für die Möglichkeiten „da draußen“ sind, und je mehr Freude sie an Abwechlung und Neuem haben, desto eher konnten sie die SMART-Formel vergessen :-).
✍️🚀Entdecke den Vorteil von schriftlich formulierten Zielen
Wusstest Du, dass wir Dinge, die wir erreichen wollen, viel besser erreichen, wenn wir sie aufschreiben? Eine in den USA durchgeführte Studie von Psychologin Gail Matthews an der Dominican University of California zeigt den Einfluss von schriftlichen Notizen. Die Wissenschaftlerin untersuchte dabei, inwiefern das schriftliche Formulieren einer Absicht das Erreichen des Ziels beeinflusst. Sie rekrutierte dazu 267 Teilnehmer vom Unternehmer über den Künstler bis hin zum Lehrer und teilte sie zufällig in fünf Gruppen ein:
- Gruppe 1 sollte nur an ihre Ziele denken (an etwas, was sie in den kommenden vier Wochen erreichen wollen)
- Gruppe 2 sollte die Ziele aufschreiben
- Gruppe 3 sollte die Ziele aufschreiben und Handlungs-Commitments abgeben
- Gruppe 4 sollte die Ziele aufschreiben, Handlungs-Commitments abgeben und beides zusätzlich an einen Freund schicken
- Gruppe 5 sollte die Ziele aufschreiben, Handlungs-Commitments abgeben und wöchentliche Fortschritte notieren und alles zusätzlich an einen Freund schicken
Das Ergebnis: die Gruppen 2 bis 5, die die Ziele notierten erreichten nach einer vierwöchigen Phase deutlich mehr der angestrebten Ziele als die Gruppe 1, die lediglich an die Ziele zu denken hatte. Am meisten erreichen die Teilnehmer aus Gruppe 5, die wöchentlich einen Status-Report an einen Freund schicken – der positive Effekt eines „Mentors“. (Quelle: Bunte Vögel fliegen höher, S. 165)
Was die Studie zeigt, ist der starke Zusammenhang zwischen dem, was wir aufschreiben, und dem, was wir schaffen.
Ein Grund: Beim Aufschreiben setzen wir uns noch einmal mit dem Gedanken auseinander, und wenn wir etwas gar nicht wirklich mögen (Alibiziel, fremdes Ziel), können wir uns gleich davon verabschieden.
Ein weiterer Grund: Die Schriftform brennt unsere Ideen quasi ins Gehirn und ins Unterbewusstsein ein. Wer ein Bild in sich trägt, wird das Ziel (schneller) erreichen. Sofern Du das denn später immer noch willst. Denn eines ist wichtig, besonders für kreative Chaoten: Nur weil Du etwas aufschreibst oder ein Bild davon malst oder in Deiner Ziele-Collage (Mood-Board) aufklebst, heißt das nicht, dass Du es tatsächlich tun und erreichen musst.
Vielleicht stellst Du schon nach einigen Tagen, einer Woche oder einem Monat fest, dass Dir das Notierte gar nicht (mehr) wichtig ist. Auch gut, dann streiche es eben.
Solche Ziele-Visionen-Blätter bilden den Kompass, um die grobe Richtung Deiner Flugroute anzueignen, also ob Du nach Süden Osten, Westen oder Norden aufbrechen willst. Sie sind keine verbindliche Flugroute für die nächsten Jahre.
Wie gut es ist, sein Ziel klar vor Augen zu haben, das zeigt eine meiner Lieblingsgeschichten:
Es ist der 4. Juli 1952. Die kalifornische Küste liegt im dichten Morgennebel. 34 Kilometer westlich der Küste, auf der Insel Catalina, watet eine 34-jährige Frau ins Wasser und macht sich auf, in Richtung Kalifornien zu schwimmen. Sie ist fest entschlossen, diese Strecke als erste Frau zu bewältigen. Ihr Name: Florence Chadwick. Sie weiß genau, worauf sie sich einlässt. Sie ist die erste Frau gewesen, die bereits in beiden Richtungen durch den Ärmelkanal geschwommen ist.
Heute morgen ist das Wasser eiskalt, der Nebel so dicht, dass sie kaum die Begleitboote ausmachen kann. Millionen Amerikaner schauen über die nationalen Fernsehsender zu. Mehrmals müssen Haie mit Gewehren vertrieben werden, um die einsame Gestalt zu schützen.

Sie schwimmt Stunde um Stunde, Schwimmzug um Schwimmzug.
Nach 15 Stunden und 55 Minuten bittet sie, steif vor Kälte, aus dem Wasser geholt zu werden. Sie kann nicht mehr. Ihre Mutter und ihr Trainer, die im Boot neben ihr herfahren, sagen ihr, die Küste sei schon ganz nah, drängen sie, nicht aufzugeben, aber als Florence zur kalifornischen Küste hinüberschaut, sieht sie nichts außer dichten Nebel. Sie bleibt dabei, sie will ins Boot geholt zu werden.
Stunden später, wieder sicher an Land, als ihr Körper sich erwärmt hat, kommt der Schock über ihren Misserfolg. Nur eine halbe Meile vor der kalifornischen Küste war sie aus dem Wasser gezogen worden! Schlappe 800 Meter trennten sie vom Erfolg.
Ein Reporter fragt sie: „Miss Chadwick, was hat Sie davon abgehalten, diese letzte halbe Meile zu schwimmen?“– „Es war der Nebel“, antwortet sie. „Wenn ich das Land hätte sehen können, hätte ich es geschafft. Wenn man da draußen am Schwimmen ist und sein Ziel nicht sehen kann …“ Dieser Satz von Florence Chadwick wurde weltberühmt: „Es war der Nebel – wenn ich das Land hätte sehen können, …“
Zwei Monate später tritt Florence nochmals an. Wieder herrscht dichter Nebel – doch diesmal schafft es die 34-jährige Schwimmerin: Nach 13 Stunden, 47 Minuten und 55 Sekunden erreicht sie die kalifornische Küste. Sie bricht einen 27 Jahre alten Rekord um mehr als zwei Stunden und ist zudem die erste Frau, die diese Strecke bewältigt hat. Sie hatte ihr Ziel diesmal innerlich fest vor Augen.
In diesem Sinne: schaffe Dir Bilder von Deinen Wünschen, Projekten, Ideen, Visionen.
Schreibe sie auf, und/oder fertigen eine „Ziele-Collage“ an – einen großen Karton mit all Deinen Ideen. Das hilft ungemein sein Ziel zu finden. Woher ist das weiß? Seit vielen Jahren veranstaltete ich zum Jahresanfang einen Dream-Day, einen Tag an dem sich die Teilnehmer mit ihren Projekten, Wünschen, Ideen fürs neue Jahr beschäftigen. Unseren Dreamday gibt es als Online-Kurs, in dem jeder zeit- und ortsunabhängig an seine Träumen, Zielen, Visionen arbeiten kann.
Und jedes Jahr berichten mir Teilnehmer, dass alleine das Aufschreiben und die Ziele-Collage (ja, wir fertigen beim Dream-Day eine an) ihnen geholfen haben 80% der Vorhaben zu realisieren. Und zwar ganz ohne akribischen Maßnahmenplan und Erfolgskontrolle! 🙂
Also los! Viel Spaß!
Wir freuen uns auf Eure Kommentare 🙂
Frisch aufgebreitet im Januar 2026



Heute möchte ich gerne hier noch einen Tipp teilen, den mir Daria, eine Teilnehmerin des Onlinekurses „Geht ja doch!“ geschrieben hat:
„Die Übung zur eigenen „Vision“ im Sinn der eigenen Ziele kann ganz einfach über eine Website erstellt werden (www.canva.com), dort kann man ein Design erstellen in dem man Fotos hochlädt die die eigenen Ziele repräsentieren und am Ende kann man die Collage speichern, als Computerbildschirmhintergrund verwenden oder ausdrucken… “ Daria
Vielen Dank 🙂
… ja eine Ziele Collage ist super… wir machen das zwischen Weihnachten und Sylvester… wie die letzten Jahre auch…. ist toll… und manche Ziele erreichen wir sehr schnell, manche dauern einfach etwas länger… aber immer vor Augen…
Die Geschichte der Schwimmerin berührt mich.
Aufschreiben – also Sichtbar-machen – ist auch für mich ein ganz wichtiges Hilfsmittel.
Einerseits werden meine Gedanken klarer dadurch, dass ich vollständige Sätze formuliere.
Andererseits festigt sich das Aufgeschriebene, meine Gedanken rotieren nicht mehr vage darum herum.
Vielleicht sollte ich die Form der Collage im neuen Jahr mal ausprobieren (klingt ja wie ein Vorsatz).