Gehörst Du auch zu den Menschen, die im Alltag „on fire“ sind?
Ständig erreichbar?
Ständig am Denken, ständig am Machen, ständig für das Wohl der anderen im Einsatz?
Und kaum kommt das Wochenende, oder der „wohlverdiente“ Urlaub, juckt die Nase, kratzt der Hals, gehst Du in die Knie?
„Post-Stress-Symptom“ oder „Leisure Sickness“ (Freizeit-Krankheit) nennen Forscher diese Art von Erschöpfung, Schmerzen oder Wochenendmigräne. Sie trifft uns, wenn der Stress abfällt, wenn Körper und Seele zur Ruhe kommen. Statt die Auszeit so richtig genießen zu können, laborieren wir mit Wehwehchen herum. Blöd!
Leisure Sickness – es trifft die Engagierten
Ob erreichbar oder komplett „off“ – die Leisure Sickness macht da keinen Unterschied.
Es reicht, wenn der Stress-Level nur ein wenig fällt – und schon liegen wir flach.
Meist trifft es Menschen mit einer hohen Stressbelastung, aber auch Menschen mit ausgeprägtem Verantwortungsgefühl, die sich schuldig fühlen, wenn sie mal „faul“ sind. Laut einer Studie der Internationalen Hochschule fühlt sich jeder Fünfte häufig in seiner Freizeit am Wochenende oder im Urlaub krank oder erschöpft.
Der Grund, warum wir in der Freizeit krank werden: Unter Stress schüttet unser Körper Kortisol aus, das eine „Immunantwort“ auf Bakterien oder Viren wie Husten, Naselaufen & Co unterdrückt. Alle Anstrengungen des Körpers, um die bösen Feinde wieder loszuwerden, werden also unterbunden – äußerlich gesehen bleiben wir „gesund“. Sobald wir jedoch entspannen, sinkt der Kortisolspiegel und die Kampftrupps legen los – wir werden krank.
Da hilft es auch nichts, dass wir unseren Stress-Pegel künstlich hochhalten, indem wir beispielsweise auch im Urlaub für Chef, Kollegen und Kunden da sind.
Immerhin 2/3 der deutschen Arbeitnehmer sind im Urlaub für den Arbeitgeber erreichbar, berichtet der Digitalverband Bitkom.
65 Prozent bleiben für die Daheimgebliebenen in Jobfragen telefonisch beziehungsweise per Kurznachrichten oder WhatsApp erreichbar.
Und knapp ein Viertel (23 Prozent) ist per Videocall etwa über Facetime oder Zoom erreichbar.

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Der Ausweg? Bereits im normalen Alltag und vor allem in den Tagen vor der Auszeit
👉Stress reduzieren
👉mehr Pausen machen
👉sich an der frischen Luft bewegen.
Je weniger gestresst Du ins Wochenende oder in den Urlaub startest, desto gesünder kannst Du die Auszeit erleben.
Gesund in der Freizeit – so verhinderst Du die Leisure Sickness
❓ Häufige Fragen zur Leisure Sickness – und was die Wissenschaft dazu sagt
❓ Warum werden Menschen ausgerechnet im Urlaub oder am Wochenende krank?
Hinter der sogenannten „Leisure Sickness“ steckt ein neurobiologischer Mechanismus: In Stressphasen schüttet unser Körper vermehrt Kortisol aus, das unter anderem die Immunantwort unterdrückt. Sobald der Stresslevel sinkt – etwa beim Übergang in die Freizeit – normalisiert sich der Hormonspiegel, und das Immunsystem „holt nach“, was es vorher unterdrückt hat. Die Folge: Symptome wie Erkältung, Migräne oder Erschöpfung treten auf.
❓ Wer ist besonders gefährdet?
Menschen mit hohem Verantwortungsbewusstsein, innerem Leistungsdruck oder Schwierigkeiten beim mentalen Abschalten. Gerade bei kreativen, engagierten Persönlichkeiten mit hoher kognitiver Aktivität zeigt sich häufig, dass der daueraktive „Gedankenmotor“ selbst in der Ruhephase nicht stoppt – was die neuronale Erholung erschwert.
❓ Welche Rolle spielt das Gehirn dabei?
Das Gehirn unterscheidet nicht automatisch zwischen positivem Stress (z. B. kreative Projekte) und negativem Stress (z. B. Druck oder Überforderung). Entscheidend ist die Dauerbelastung. Chronisch erhöhte Kortisolspiegel können die Regulation des präfrontalen Cortex beeinträchtigen – jener Hirnregion, die für Planung, Impulskontrolle und Selbstwahrnehmung zuständig ist.
❓ Was hilft, um Leisure Sickness zu vermeiden?
Eine schrittweise Entlastung vor der Auszeit: bewusste Pausen, moderate Bewegung, emotionale Regulation – idealerweise unterstützt durch Routinen, die dem Gehirn das „Runterfahren“ erleichtern. Wichtig ist auch, mentale Entspannung zu trainieren, nicht nur körperliche Erholung.
❓ Wo finde ich vertiefende Tipps und Strategien?
In meinem Buch „Kopf voll, Hirn leer – Mentale Entlastung für kreative Köpfe“ zeige ich, wie Du mit Hilfe neuropsychologischer Erkenntnisse Dein Selbstmanagement neu gestalten kannst – für mehr Fokus, mehr Energie und echte Regeneration.
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Weitere Tipps zum Stressabbau findest Du
- in meinem aktuellen Spiegel-Bestseller-Buch „Kopf voll, Hirn leer“
- in meinem Online-Kurs “ Mehr Zeit für mich!“
- im Blog Entspannt in den Urlaub – Urlaubscheckliste zum Downloaden
- im Blog Endlich Ruhe – Wie Du im Urlaub richtig abschaltest
Ich wünsche Dir einen gesunden Urlaub!
Dieser Artikel wurde im Juli 2025 frisch aufbereitet.

