Gehörst Du auch zu den Menschen, die im Alltag ständig „on fire“ sind?
Immer am Denken. Immer am Organisieren. Immer einen Schritt voraus. Für andere da, Verantwortung übernehmen, Probleme lösen – und oft noch schnell das eine oder andere zusätzlich erledigen.
Menschen mit viel im Kopf eben.
Und kaum kommt das Wochenende oder der wohlverdiente Urlaub, juckt die Nase, kratzt der Hals oder Du liegst mit Kopfschmerzen, einer Erkältung oder totaler Erschöpfung auf dem Sofa?
Dann bist Du damit nicht allein.
Forschende nennen dieses Phänomen „Leisure Sickness“ oder „Freizeitkrankheit“. Gemeint ist, dass Beschwerden häufig genau dann auftreten, wenn der Stress nachlässt und Körper und Gehirn endlich vom Dauerbetrieb in den Erholungsmodus wechseln. Statt die freie Zeit zu genießen, kämpfen viele plötzlich mit Erkältungen, Migräne oder einer bleiernen Müdigkeit.
Leisure Sickness trifft oft die Menschen, die besonders engagiert sind
Aus meiner Erfahrung betrifft Leisure Sickness vor allem Menschen, die viel Verantwortung übernehmen – beruflich wie privat. Menschen, die zuverlässig sind, sich kümmern, mitdenken und oft mehr tragen, als andere überhaupt wahrnehmen. Sie sind für Kollegen da, für ihre Familie, für Kunden oder Mitarbeitende. Und nicht selten stellen sie dabei ihre eigenen Bedürfnisse hinten an.
Genau deshalb fällt es ihrem Gehirn oft besonders schwer, einfach loszulassen. Während der Körper vielleicht schon am Urlaubsort angekommen ist, kreisen die Gedanken noch um offene Projekte, unerledigte Aufgaben oder die Frage, ob auch wirklich an alles gedacht wurde.
Neurobiologisch ist das gut erklärbar: Unter anhaltendem Stress schüttet unser Körper unter anderem das Stresshormon Cortisol aus. Es hilft uns, leistungsfähig zu bleiben und dämpft gleichzeitig bestimmte Immunreaktionen. Lässt der Stress nach, sinkt der Cortisolspiegel wieder – und das Immunsystem nimmt seine Arbeit mit voller Kraft auf. Beschwerden, die der Körper zuvor gewissermaßen aufgeschoben hat, können nun spürbar werden.
Leisure Sickness zeigt deshalb oft nicht, dass der Urlaub krank macht. Sondern dass unser Körper endlich die Gelegenheit bekommt, sich zu melden.
Mehr als nur eine körperliche Reaktion
Neben diesen körperlichen Prozessen spielt auch unser Gehirn eine wichtige Rolle.
Gerade Menschen mit viel im Kopf leben häufig über längere Zeit in einem inneren Bereitschaftsmodus. Sie organisieren, planen voraus, lösen Probleme und behalten unzählige offene Gedankenschleifen im Blick. Das Gehirn ist ständig damit beschäftigt, Wichtiges nicht zu vergessen und mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen.
Fällt der äußere Druck plötzlich weg, braucht auch unser Gehirn Zeit, um vom Arbeits- in den Erholungsmodus umzuschalten. Genau dieser Übergang gelingt nicht immer auf Knopfdruck.
Deshalb sehe ich Leisure Sickness nicht einfach als Freizeitkrankheit. Für mich ist sie oft ein Hinweis darauf, dass unser Körper und unser Gehirn über längere Zeit mehr geleistet haben, als ihnen gutgetan hat.
Wer dauerhaft nur funktioniert, merkt häufig erst in der Ruhe, wie erschöpft er wirklich ist.

In meinen Coachings höre oft den Satz: „Sobald ich Urlaub habe, werde ich krank.“
Ich würde ihn anders formulieren: „Sobald ich Urlaub habe, merkt mein Körper endlich, wie erschöpft er eigentlich ist.“
Der Urlaub verursacht die Beschwerden also meist nicht. Er schafft lediglich den Raum, in dem unser Körper und unser Gehirn nicht mehr permanent funktionieren müssen.
Das ist übrigens kein Zeichen von Schwäche.
Im Gegenteil.
Unser Organismus versucht über Wochen oder Monate, uns leistungsfähig zu halten. Erst wenn die äußere Anspannung nachlässt, können Regeneration, Immunabwehr und Erholung wieder Vorrang bekommen.
Eigentlich ist das ein ziemlich kluges System, oder?
Mein Blick auf Leisure Sickness
Deshalb sehe ich Leisure Sickness nicht nur als medizinisches Phänomen. Für mich ist sie oft ein wichtiges Signal. Ein Signal dafür, dass unser Alltag dauerhaft mehr Energie verlangt, als wir unserem Gehirn und unserem Körper zurückgeben. Und deshalb geht es beim kreativen Zeitmanagement auch nicht darum, noch effizienter zu werden oder noch mehr in einen ohnehin schon vollen Kalender zu packen.
Es geht darum, regelmäßige Momente der Entlastung zu schaffen. Nicht erst im Urlaub, sondern mitten im Alltag.
Denn unser Gehirn braucht keine zwei Wochen Erholung im Jahr.
Es braucht immer wieder kleine Inseln der Regeneration.
Wenn wir ihm diese schenken, fällt auch der Wechsel in den Urlaub deutlich leichter.
Der Ausweg? Bereits im normalen Alltag und vor allem in den Tagen vor der Auszeit
👉Stress reduzieren
👉mehr Pausen machen
👉sich an der frischen Luft bewegen.
Je weniger gestresst Du ins Wochenende oder in den Urlaub startest, desto gesünder kannst Du die Auszeit erleben.
Gesund in der Freizeit – so verhinderst Du die Leisure Sickness
❓ Häufige Fragen zur Leisure Sickness – und was die Wissenschaft dazu sagt
❓ Warum werden Menschen ausgerechnet im Urlaub oder am Wochenende krank?
Hinter der sogenannten „Leisure Sickness“ steckt ein neurobiologischer Mechanismus: In Stressphasen schüttet unser Körper vermehrt Kortisol aus, das unter anderem die Immunantwort unterdrückt. Sobald der Stresslevel sinkt – etwa beim Übergang in die Freizeit – normalisiert sich der Hormonspiegel, und das Immunsystem „holt nach“, was es vorher unterdrückt hat. Die Folge: Symptome wie Erkältung, Migräne oder Erschöpfung treten auf.
❓ Wer ist besonders gefährdet?
Menschen mit hohem Verantwortungsbewusstsein, innerem Leistungsdruck oder Schwierigkeiten beim mentalen Abschalten. Gerade bei kreativen, engagierten Persönlichkeiten mit hoher kognitiver Aktivität zeigt sich häufig, dass der daueraktive „Gedankenmotor“ selbst in der Ruhephase nicht stoppt – was die neuronale Erholung erschwert.
❓ Welche Rolle spielt das Gehirn dabei?
Das Gehirn unterscheidet nicht automatisch zwischen positivem Stress (z. B. kreative Projekte) und negativem Stress (z. B. Druck oder Überforderung). Entscheidend ist die Dauerbelastung. Chronisch erhöhte Kortisolspiegel können die Regulation des präfrontalen Cortex beeinträchtigen – jener Hirnregion, die für Planung, Impulskontrolle und Selbstwahrnehmung zuständig ist.
❓ Was hilft, um Leisure Sickness zu vermeiden?
Eine schrittweise Entlastung vor der Auszeit: bewusste Pausen, moderate Bewegung, emotionale Regulation – idealerweise unterstützt durch Routinen, die dem Gehirn das „Runterfahren“ erleichtern. Wichtig ist auch, mentale Entspannung zu trainieren, nicht nur körperliche Erholung.
❓ Wo finde ich vertiefende Tipps und Strategien?
In meinem Buch „Kopf voll, Hirn leer – Mentale Entlastung für kreative Köpfe“ zeige ich, wie Du mit Hilfe neuropsychologischer Erkenntnisse Dein Selbstmanagement neu gestalten kannst – für mehr Fokus, mehr Energie und echte Regeneration.
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Weitere Tipps zum Stressabbau findest Du
- in meinem aktuellen Spiegel-Bestseller-Buch „Kopf voll, Hirn leer“
- in meinem Online-Kurs “ Mehr Zeit für mich!“
- im Blog Entspannt in den Urlaub – Urlaubscheckliste zum Downloaden
- im Blog Endlich Ruhe – Wie Du im Urlaub richtig abschaltest
Ich wünsche Dir einen gesunden Urlaub!
Dieser Artikel wurde im Juli 2026 frisch aufbereitet.
