Endlich Urlaub!

Die Sommerferien sind nicht mehr weit 🙂

Viele freuen sich jetzt auf endlich mal wieder wegfahren können.

Und auf endlich entspannen, endlich abschalten!

Aber von wegen abschalten!

65 Prozent der verreisenden Berufstätigen sind laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom* auch im Urlaub dienstlich telefonisch beziehungsweise per Kurznachrichten oder WhatsApp erreichbar. 29 Prozent lesen oder beantworten dienstliche Mails. Und knapp ein Viertel (23 Prozent) ist per Videocall etwa über Facetime oder Zoom erreichbar.

Wie soll da bitte Erholung einsetzen?

Mit unseren Tipps könnt Ihr Euren Urlaub wirklich genießen und abschalten!

Abschalten im Urlaub – das kannst Du VOR dem Urlaub tun:

  • Teile allen betroffenen Personen frühzeitig mit, wann Du nicht erreichbar sein wirst – und zwar wirklich nicht erreichbar. Wenn allen bewusst ist, dass Du abschaltest, werden sie Probleme erst mal allein zu lösen versuchen, oder Dich bereits vorher fragen.

  • Falls Du vertreten werden kannst: Regle die Zuständigkeiten während Deiner Abwesenheit rechtzeitig, damit sich Deine Kollegen einarbeiten können.

  • Bereite alle nötigen Informationen für Deine Kollegen vor. Haltet Zwischenergebnisse schriftlich fest. Das ist auch für Dich selbst nach dem Urlaub sehr hilfreich, um wieder reinzukommen.

  • Mache eine Liste mit Dingen, die nach dem Urlaub erledigt werden müssen – also eine „Post-Holiday-reicht-immer-noch-mich-zu-kümmern-Sammlung„. So hast Du die Sachen während Deiner freien Zeit aus dem Kopf.

  • Kläre ab, ob Du für Notfälle wirklich, wirklich, wirklich erreichbar sein musst und vereinbart, auf welchem Weg Du kontaktiert werden darfst.

  • Damit Du nach dem Urlaub nicht in der Email-Flut ertrinkst, richte eine Weiterleitung für alle Newsletter, Protokolle, etc. ein, die direkt in einem Unter-Ordner „Lesen-wenn-ich-Zeit-und-Lust-habe“ landen. Stoppe die Abos von allen Lettern, die Du eh nicht mehr brauchst (nur nicht die news-to-use 😉 ).

abschalten im Urlaub
  • Richte eine Abwesenheits-Benachrichtigung ein für Deine Mails – und beachte dabei meinen Lieblingstipp für ein entspanntes Zurückkommen (siehe unten 🙂)

  • Falls Ihr ein Chat-Programm wie Slack oder Teams nutzt, vergiß nicht, Deinen Status auf „Abwesend“ zu setzen.

  • Ändere auch Deinen Voice-Mail-Text am Smartphone, und gib an, ab wann Du wieder erreichbar bist, bzw. wer Dich in Deiner Abweseneheit vertritt.

  • Alles, was Du nicht siehst triggert Dich auch nicht! Schiebe Deine beruflichen Apps vom Home-Bildschirm Deines Smartphones weg, damit Du die Symbole nicht mehr direkt im Blickfeld hast

Abschalten im Urlaub – das kannst Du WÄHREND des Urlaubs tun:

  • Firmenhandy aus oder an? Das ist eine Grundsatzfrage, die vom Unternehmen allgemein getroffen werden muss. Wenn Du in einer Firma arbeiten, die tatsächlich auch im Urlaub ständige Erreichbarkeit verlangt und Dich das stresst, solltest Du mittelfristig über Alternativen nachdenken. Mach Dir allerdings klar, dass Führungskräfte sehr viel weniger „Bereitschaftsdienst“ fordern, als wir häufig denken. Sprecht das also ganz konkret an!

  • Tappe nicht in die „Nur-mal-kurz-die-Mails-checken“ Falle. Denn dann war’s das erst mal mit Abschalten. Bleibe also entweder gleich ganz offline. Oder kappe beim Smartphone die Email-Verknüpfung und lösche das Email-Icon auf dem Startbildschirm. So kannst Du surfen, ohne andauernd Nachrichten zu erhalten.

  • Stelle Push-Notifications Deiner Apps ab.

  • Vermeide am letzten Urlaubstag bereits Deine Mails zu checken oder erste Telefonate zu führen. Du bist noch im Urlaub! „Sich nur schnell einen Überblick verschaffen“ wirft Dich schneller in den Alltag zurück als es Dir lieb ist. Checken wir bereits vor Arbeitsbeginn unsere E-Mails oder Mailboxen, baut sich unnötiger Druck auf und die Gedankenspirale setzt sich in Gang.

    Du glaubst, berufliche Rückfragen in Deiner Freizeit stressen Dich nicht? Forscher der Uni Freiburg haben festgestellt, dass selbst kurze Fragen an einem Sonntagnachmittag die Zufriedenheit mit dem Wochenende spürbar senken. Bei mir persönlich kommt noch erschwerend hinzu, dass ich nach negativen Mails oder Messages mit einem To-do für mich gedanklich nicht mehr abschalten kann. Die Erholung ist gelaufen. (Quelle: LMAA – 66 Mini-Plädoyers für mehr Mut, Leichtigkeit und Gelassenheit, S. 36).

  • Gehörst Du zu den Menschen, die bei Urlaubsbeginn regelmäßig in das „Oh Gott, nichts zu tun!“-Loch fallen? Dann gönne Dir die ersten Tage etwas, wobei Du fast automatisch abschalten kannst z.B. einen gemütlichen Stadtbummel, einen Surfkurs, usw. Oder willst Du einfach nur schlafen und faul auf der Liege flacken? Dann gönne Dir die Zeit ohne Freizeitstress, nimm Dir gar nichts vor. Dann genieße die Zeit ohne Freizeitstress.

Zum Abschalten und Erholen hilft es seine 5 Sinne bewusst wahrzunehmen und zu schärfen:

☀️Sehen: Schönes und Neues entdecken und genießen
Im Urlaub solltest Du nicht nur die Erinnerungen auf dem Smartphone festhalten, sondern die Eindrücke bewusst mit den Augen wahrnehmen. Das bewusste Sehen gelingt, indem Du auf Farben achtest und versuchst, Dir Szenen mit ihren Einzelheiten bewusst einzuprägen. Das ist bei einer Städtereise ebenso gut möglich wie bei einem Urlaub in der Natur.

☀️Hören: Phasen der Stille nutzen und auf Geräusche aus der Natur achten
Der zweitwichtigste Sinn des Menschen ist das Hören. Der Urlaub ist eine gute Gelegenheit, die Geräusche aus dem hektischen Alltag auszublenden, die Stille zu genießen und bewusst auf Geräusche aus der Natur zu achten. Versuche, die verschiedenen Qualitäten der Geräusche wie laut, leise, angenehm oder unangenehm wahrzunehmen.

☀️Fühlen: Reize aus der Umgebung wahrnehmen
Beim Fühlen geht es darum, Berührungen wahrzunehmen. Dazu gehören auch Wärme, Sonnenstrahlen oder ein Windhauch. Bei einem Urlaub am Meer, aber auch bei Wellness-Angeboten wie Massagen oder Spa-Behandlungen kannst Du bewusst fühlen.

☀️Schmecken: Im Urlaub gut essen und trinken
Für die meisten Menschen gehört gutes Essen und Trinken zum Urlaub einfach dazu. Bewusst schmecken kannst Du, indem Du Neues ausprobierst, langsam isst und die verschiedenen Geschmacksqualitäten auf Dich wirken lässt. So kannst Du auch Geschmacksnuancen wahrnehmen.

☀️Riechen: Neuen Geruchseindrücken unvoreingenommen begegnen
Der Mensch neigt dazu, Gerüche als angenehm oder unangenehm zu bewerten. Um wieder bewusst zu riechen, solltest Du versuchen, neuen Geruchseindrücken im Urlaub unvoreingenommen zu begegnen. Bei dem Besuch von Märkten im Urlaub, aber auch zur Blütezeit von Orangen in Spanien oder Lavendel in Frankreich kannst Du Deinen Geruchssinn trainieren.

Finde heraus, wie Du gut mental abschalten kannst: bei vollem Aktiv-Programm oder doch eher bei einem gutem Buch, das nichts mit dem Job zu tun hat und in der Hängematte?

abschalten im Urlaub

Abschalten im Urlaub – das kannst Du für NACH dem Urlaub tun:

  • Gönne Dir einen Tag zum Wiederankommen und gedanklich Andocken. Sorge deshalb dafür, dass Dein Abwesenheits-Assistent Deinen ersten Arbeitstag nicht als ersten Antwort-Tag zeigt, sondern lege einen Tag Puffer obendrauf. Wenn Du also z.B. am Montag, den 18. August wieder arbeitest, dann richte als Meldung ein, dass Du gerne „ab 19. August wieder persönlich antwortest“. Das verschafft Dir Luft und verhindert, dass Du am Sonntag zuhause bereits die Mails scannst.

  • Legt gemeinsam im Team fest, dass idealerweise der jeweils erste Arbeitstag nach Euren Urlauben meetingsfrei bleiben. Gut klappt das, wenn Ihr beispielsweise zu den Hauptferienzeiten die Montage eh prinzipiell meetingfrei haltet.

Abschalten im Urlaub
  • Was tun mit den Emails nach dem Urlaub? Für mich hat es sich bewährt, erst mal alle Überschriften durchzulesen, um einen Überblick zu bekommen und dann Fähnchen bei den wichtigen Dingen zu setzen, oder bei den Mails, in denen ein „To-Do“ steckt.

  • Weniger ist mehr. Arbeitsmediziner haben festgestellt, dass wir uns langsam wieder eingrooven müssen – je länger unsere Abwesenheit war, desto länger brauchen wir, bis wir wieder unser Tempo haben. Nimm Dir deshalb in den ersten Tagen weniger vor, als Du gewöhnlich an einem Tag schaffen würdest. Schraube die Ansprüche an Dich selbst runter! Ja, diese Woche dauert alles ein bißchen länger – aber dafür wirst Du danach um ein Vielfaches länger erholt und motiviert arbeiten, als wenn Du Dich gleich wieder in der ersten Woche verschleißt.

  • Auch wenn es mit Blick auf das Aufgaben-Pensum schwer fällt: mache in der ersten Arbeitswoche mehr Pausen. Das können eine genussvolle Mittagspause (ohne Arbeitsgespräche) sein, ein entspannter Plausch in der Kaffeeküche oder ein 20-sekündiger Blick vom PC-Bildschirm durchs Fenster in die Ferne. Pausen sind der Schlüssel zu langanhaltender Leistungsfähigkeit und Gelassenheit.

  • Versuche Dich nicht von der Dringlichkeit der offenen Aufgaben antriggern zu lassen. Auch nicht vom Nachhaken der Kollegen. Und auch nicht von den eigenen Ansprüchen. Sortiere offene Aufgaben nach wirklich (!) wichtig und super-dringend. Stelle Dir vor, Du wärst eine Woche länger im Urlaub geblieben. Wäre das schlimm gewesen? In den meisten Fällen nicht 🙂

Abschalten Urlaub

Verlängere Deinen Urlaub – So rettest Du Deine Erholung in den Alltag hinein

🦋Tipp #1: Nimm Dir für die ersten Abende in der Woche etwas Schönes vor

Verabrede Dich mit Freunden, gehe raus in den Biergarten, genieße so viel Sonne und frische Luft wie möglich. Trage Dir diese Zeiten für Deine Erholung  ebenfalls in den Kalender als „Termin mit mir selbst“ ein. Das hilft beim pünktlichen Nachhause-Gehen.

Suche Dir gute Bücher, einen schönen Roman oder einen inspirierenden Ratgeber und ziehe Dich an einen ungestörten Ort zurück. Entdecke die Parkbänke oder Waldränder als neues „Urlaubs-Fleckchen“ für den Kurzurlaub nach Feierabend.

Erstelle Dir eine Playlist mit Deinen persönlichen Sommersongs und höre sie so oft wie möglich.

🦋Tipp #2: Esse weiter „urlaubisch“

Koche und esse in den ersten Tagen die gleichen Gerichte wie im Urlaub und rette so das Urlaubsfeeling über die Geschmacksknospen. Gehe gezielt in internationale Restaurants und Cafés und bestelle in der jeweiligen Landessprache.

🦋Tipp #3: Kurswechsel auf der Erhol-Welle

Ist Deine Auszeit vielleicht ein guter Auslöser, um in Deinem Leben einen neuen Kurs einzuschlagen? Willst Du jetzt – gut erholt – lange überfällige Veränderungen anstoßen? Einen neuen Job suchen? Umziehen? Was Neues nebenher machen? Suche Dir mit Deiner neuen Kraft Dein persönliches „Geht-ja-doch“-Projekt und starte durch. Hole Dir Inspirationen und Unterstützung, beispielsweise im Buch „Geht ja doch!“ oder im gleichnamigen 12-Wochen-Online-Kurs Geht ja doch!

🦋Tipp # 4: Urlaubs-Rituale beibehalten

Was hat Dir im Urlaub gut getan? Was hat Dir echte Erholung geschenkt? Joggen? Schwimmen? Lesen? Versuche solche Rituale in den Alltag zu retten. Prima klappt das, wenn Du das mit der ganzen Familie machst – da motiviert Ihr Euch gegenseitig.

🦋Tipp #5: Zeitlos bleiben

Das Schönste im Urlaub finden die meisten, ist, dass wir keinen engen Zeitplan einhalten müssen. Versuche das ab sofort auch zuhause: wo kannst Du mit einer entspannten mediteranen Haltung durch die Tage gehen? Musst Du wirklich diese U-Bahn erwischen und rennen? Oder tut es die nächste auch? Probiere es aus – und teile Deine Erfahrungen mit uns.

🦋Tipp #6: Lächelnd den Berg erklimmen

Wenn wir viel zu tun haben, und nach dem Urlaub den Berg an unerledigter Arbeit sogar sprichwörtlich sehen, dann geht bei vielen die Laune in den Keller. Das Blöde dabei: je schlechter unsere Laune wird, desto langsamer und uneffektiver werden wir. Nutze deshalb die So-tun-als-ob-Strategie. Tue einfach so, als ob Du Dich regelrecht auf die „Bergtour“ freust, lächele, gehe aufrecht, Schultern nach hinten, energischer Schritt. Dein Körper sendet nun dem Gehirn die Botschaft „das packe ich leicht“ – und Du wirst tatsächlich viel mehr Energie haben – und behalten.

🦋Tipp #7: Nicht auf den letzten Drücker!

Versuche, nicht auf den letzten Drücker aus dem Flieger oder dem Auto zu springen und ins Büro zu hetzen. Auch wenn wir gerne die „wertvollste Zeit des Jahres“ so lange wie möglich ausdehnen wollen, Reisen und Ortswechsel sind ein biologischer Stressfaktor für unseren Körper. Gesünder sind deshalb ein bis zwei Tage entspannt zu Hause zu verbringen, auch geistig wieder anzukommen und sich zu akklimatisieren. Reise lieber antizyklisch nach Hause und mache noch Urlaub auf Balkonien. Plane einen bis drei zusätzliche Tage Urlaub zuhause ein, um in Ruhe sich zu akklimatisieren, den Jet-Leg auszuschlafen und daheim etwas Schönes zu unternehmen. Nimm Dir bewusst an diesem Tag zuhause nichts oder wenig vor. Erlaubt ist es, die Koffer auszupacken, die Waschmaschine zu füllen, die Post grob durchzuschauen. Mehr nicht. Gönne Deinem Körper und Geist diese Ankunftszeit.

Du bist noch auf der Suche nach Lesestoff für den Urlaub?

Hier ein paar Inspirationen meiner Lieblingsbücher 🙂

buecher abschalten im Urlaub

Weitere Tipps zum Thema Abschalten und Erholung im Urlaub findest Du hier:

Entspannt in den Urlaub mit unserer Urlaubscheckliste (für Kinder)

Leisure Sickness: So verhinderst Du, dass Du in Deiner Freizeit oder im Urlaub krank wirst

Und jetzt Du: Wie kannst du im Urlaub gut abschalten und rettest Deine Erholung in den Alltag hinein? Wir freuen uns auf Deine Ideen!

Frisch aufbereitet für Dich im Juli 2025.

*Quelle: Bitcom